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Eight Legs

Sat, 01.03.2008, Doors 21:00
Entry: EUR 11.-
Bereits ein vertrautes Bild im Weekender Club: Vier wilde junge Männer, die sich ›Oi‹, ›Dead‹, ›On the Run‹ und andere griffige Slogans mit Gaffa auf ihre weißen, perfekt-schnoddrig geschnittenen T-Shirts kleben, dazu Chucks und Röhrenjeans tragen und Songs mit feinstem britischen Akzent liefern, bei deren Tempo man fast schon acht Beine braucht um mithalten zu können.



Review   



Wer aus Stratford-Upon-Avon stammt, hat bei der intellektuellen Elite von Indie-City schon mal einen Hinkelstein im Brett. Wieso? Ich sage nur: Shakespeare, oder für die nach dem Mauerfall Geborenen: Klaxons.
Aber Vorsicht, kommt den vier Freunden der Eight Legs lieber nicht mit irgendwelchen anderen Bands, und vor allem nicht: mit Bloc Party. „Ich bin überzeugter Gegner von Vergleichen“, erklärt Sänger Sam Jolly. „Denn ich bin der Meinung, wir klingen absolut einzigartig und nicht mal ansatzweise nach Razorlight oder Bloc Party, wie sich ein paar ganz Schlaue überlegt haben – faule Journalistenbande! Wenn man schon Referenzen herbeizitieren möchte, dann doch bitte Velvet Underground. Mit DENEN verglichen zu werden, das würde mir schmeicheln.“
Da hat sich der gute Sam natürlich die Rosine unter den Soundpartnern in crime rausgepickt, denn wer sich das Debütalbum der vier auf acht Beinen mal genauer anhört, dem wird Folgendes klar: Die Eight Legs haben gehörig Zeit und Arbeit in ihre elf Songs investiert und das ein oder andere Match ihrer Lieblingsmannschaft ? sausen lassen. So verpassten die Eight Legs ihrem Album unter der Regie von John Fortis (Art Brut) einen roughen Live-Anstrich und schmierten ihre über fünf gemeinsame Jahre aufgemöbelte Indie-Rock-Karre mit einer Tube Singalongs aus der Gegengeraden. Als Bonus parkten die vier Freizeitkellner noch einen kickenden Mix aus Pop, Punk und verschütteter Milch auf ihrem vor Spielfreude und jugendlichem Leichtsinn platzenden Debüt. Doch auch ernste Töne schlagen die vier Frühzwanziger an, zum Beispiel in der selbstreflexiven und auf Tiefe zielenden Ode an das „Searching For The Simple Life“, bei dem Sänger Sam Jolly die ganze Bandbreite seiner stimmlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen kann: „Wir schreiben Songs über die Dinge, die uns am meisten beschäftigen, oder uns emotional bewegen“, erklärt Jolly. „Das können fröhliche oder traurige Sachen sein, oder Dinge, die uns wütend machen und anpissen.“ Wie gut, dass die Jungs bei soviel thematischem Tiefgang nicht nur die gleichen musikalischen Vorliebe teilen, sondern auch in anderen Bereichen des Lebens weitestgehend identisch ticken. Kein Wunder, schließlich kennen sich Jack und Adam bereits aus dem Kindergarten, ersterer traf später in der Theater-AG auf Sänger Sam Jolly, „der zwar nicht so gut schauspielern kann wie ich, aber dafür besser singt“. Adam kann weder das eine noch das andere, aber dafür „kriegt er alle Mädchen“. Hätte schlimmer für ihn ausgehen können.
Selbst wenn es heutzutage heißt, eine Band könne auch ohne Plattenvertrag auf eine halbwegs solide Karriere zusteuern, könnte die Geschichte, wie die Eight Legs ihren Deal an Land zogen, zur Blaupause für alle stilsicheren Nachwuchscombos werden: „Wir haben den Soundtrack für die Laufstegdarbietung der jüngsten Dior Homme-Sommerkollektion geschrieben“, erinnert sich Jack. „Diese Ehre wurde vor uns auch Bands wie den Rakes oder Razorlight zuteil - offensichtlich ist das ein ganz gutes Sprungbrett für Bands.“ Kein Zweifel: Kleider machen Leute.
PS: Nur Spinnen haben acht Beine

more: www.eightlegs.co.uk // www.myspace.com/eightlegs




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